71. DGU-Kongress: Neues aus der Forschung

Aktuelle Entwicklungen in Forschung, Diagnose und Therapie: Vom 18. bis 21. September 2019 fand der 71. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie e. V. (DGU) in Hamburg statt. Etwa 7.000 Teilnehmer besuchten diesen im deutschsprachigen Raum wichtigsten Kongress für Urologie.

Unter dem diesjährigen Kongressmotto „Mensch, Maschine, Medizin, Wirtschaft“ informierten und diskutierten nationale wie internationale Fachärzte und Wissenschaftler über die neusten Erkenntnisse aus der Forschung zu urologischen Erkrankungen. Auch gesellschaftsrelevante Themen wie der Klimawandel und sein Einfluss auf die Gesundheit standen auf dem Programm.

Digitalisierung in der Urologie

Die Worte „Mensch, Maschine, Medizin“ deuten es an: Ein großes Thema war der Einzug der Digitalisierung in die Medizin. Als positives Beispiel in der Urologie nannte der Kongresspräsident Prof. Dr. Oliver Hakenberg die durch Roboter unterstützte Chirurgie. Laut Experten spielt auch die künstliche Intelligenz (KI) in der Urologie eine Rolle. Beispielsweise kann sie die Ärzte bei der Auswertung von Röntgen- oder MRT-Bildern unterstützen.

Krebsimmuntherapie: Sichere Option bei Blasenkrebs

Einen Schwerpunkt der wissenschaftlichen Vorträge bildete die Krebsimmuntherapie bei Blasenkrebs. So bestätigte eine großangelegte Studie erneut die Wirksamkeit und Sicherheit der Krebsimmuntherapie bei fortgeschrittenem Blasenkrebs. Das Besondere der Studie: Auch ältere Patienten mit Begleiterkrankungen oder schlechtem Allgemeinzustand konnten daran teilnehmen. Diese Patientengruppe ist meist von klinischen Studien ausgeschlossen, obwohl sie einen Großteil in der täglichen Praxis ausmacht. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Krebsimmuntherapie auch bei diesen Patienten wirksam ist und eine sichere Option darstellt. Damit unterstreicht die Studie den Stellenwert der Krebsimmuntherapie insbesondere bei Patienten, für die aufgrund ihrer Krankheitssituation wenige Behandlungsoptionen zur Verfügung stehen.