Blasenkrebs: Was zahlt die Krankenversicherung?

Bei einer Blasenkrebserkrankung können teure Diagnose- und Therapieverfahren zum Einsatz kommen. Vielleicht sind Sie auf Hilfsmittel wie Stomabeutel oder Inkontinenzeinlagen angewiesen? Möglicherweise müssen Sie auch für einen gewissen Zeitraum gepflegt werden oder können Ihren Haushalt nicht weiterführen. Für diese Fälle ist vorgesorgt. Erfahren Sie, welche Sozialleistungen Ihre Krankenkasse bei Blasenkrebs zahlt.

Krankenkasse zahlt ambulante und stationäre Behandlungen bei Blasenkrebs

Wenn Sie gesetzlich krankenversichert sind, haben Sie bestimmte Rechte. Durch das Fünfte Buch des Sozialgesetzbuchs und den Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) ist der Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) festgelegt. Demnach übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten für ambulante – sofern diese medizinisch notwendig sind – und stationäre Behandlungen. Die Kosten für eine Behandlung im Krankenhaus werden übernommen, wenn diese nicht explizit aus dem Leistungskatalog ausgeschlossen worden ist – so die komplizierte, aber offizielle Formulierung – und Sie in einem dafür zugelassenen Krankenhaus behandelt werden. Pro Tag müssen Sie eine Zuzahlung in Höhe von 10 Euro leisten, diese ist aber auf maximal 28 Tage pro Kalenderjahr begrenzt.

Verschreibungspflichtige und nicht verschreibungspflichtige Medikamente

Müssen Sie im Rahmen Ihrer Blasenkrebstherapie dafür zugelassene verschreibungspflichtige Arzneimittel einnehmen, übernimmt die GKV in der Regel ebenfalls die Kosten. Auch nicht verschreibungspflichtige Medikamente zahlt die GKV in Ausnahmefällen etwa bei Krebs. Das können zum Beispiel Mittel gegen Durchfall oder Verstopfung sein, um die Nebenwirkungen einer Chemotherapie zu lindern. Auf der Webseite des Deutschen Apothekenportals finden Sie einen Überblick, welche GKV unter bestimmten Bedingungen nicht verschreibungspflichtige Medikamente (OTC) erstatten.

Hilfsmittel bei Blasenkrebs – das zahlt die Krankenkasse

Je nach individueller Therapie kann es sein, dass Sie bestimmte Hilfsmittel benötigen. Beispielsweise wenn Ihnen die Harnblase entfernt und ein Stoma angelegt wurde. Dann sind Stomaartikel wie Stomabeutel und weiteres Zubehör dringend notwendig. Auch bei anderen Formen der Harnableitung sind Sie in der ersten Zeit nach der Operation auf Inkontinenzprodukte angewiesen. Darüber hinaus können auch Hilfsmittel zum Training der Beckenbodenmuskulatur wie beispielsweise Trainingsgewichte bezahlt werden. All diese Hilfsmittel gehören zur Produktgruppe 15 im Hilfsmittelverzeichnis. Die Kosten dafür bezahlen die Krankenkassen – vorausgesetzt Ihr Arzt hat Ihnen diese Hilfsmittel verordnet und bestätigt die Bewilligung gegenüber Ihrer Krankenkasse.
Ein Sonderfall sind Perücken. Bei Frauen sieht die Rechtsprechung eine Kostenübernahme vor, bei Männern nicht. Die Begründung: Haarausfall hat bei Männern keine entstellende Wirkung. Einen Überblick über die Hilfsmittel bei Krebs finden Sie bei Betanet .

Häusliche Krankenpflege und Haushaltshilfe bei Krebs

Eine weitere Leistung der GKV ist die häusliche Krankenpflege, wenn Sie Ihr Arzt verordnet hat. Diese können Sie bei der Krankenkasse in der Regel für vier Wochen beantragen. Ziel ist es, stationäre Aufenthalte zu vermeiden oder zu verkürzen (Krankenhausersatzpflege). Die häusliche Krankenpflege soll jedoch auch die ambulante ärztliche Behandlung durch pflegerische Maßnahmen mit medizinischem Charakter unterstützen. Zu der häuslichen Krankenpflege zählen verschiedene Bereiche:

  • Behandlungspflege
    • Maßnahmen aufgrund eines ärztlichen Behandlungsplans, um eine Krankheit zu erkennen, zu heilen, ihre Verschlimmerung zu verhüten oder Krankheitsbeschwerden zu lindern
    • Beispiele: Verbandswechsel, Arzneimittelgaben, das Setzen von Injektionen oder die Überwachung von Blutdruck
  • Grundpflege
    • Hilfe bei den Grundverrichtungen des täglichen Lebens
    • Beispiele: Körperpflege, An- und Ausziehen oder Unterstützung bei der Stomaversorgung
  • Hauswirtschaftliche Versorgung
    • Maßnahmen, die notwendig sind, damit eine Weiterführung des Haushalts möglich ist
    • Beispiele: Einkaufen, Kochen, Waschen, Putzen

Außerdem besteht die Möglichkeit, bei der Krankenkasse eine Haushaltshilfe zu beantragen, wenn weder Sie noch ein Familienangehöriger sich um den Haushalt kümmern kann. Voraussetzung ist in der Regel, dass ein Kind unter zwölf Jahren im Haushalt lebt. Doch es gibt Sonderregelungen. Als Blasenkrebspatient können Sie diese zum Beispiel als ergänzende Leistung während einer besonders belastenden Behandlung wie etwa einer Chemotherapie oder einer Rehabilitationsmaßnahme in Anspruch nehmen.

Mehr Informationen dazu finden Sie auf der Webseite der Verbraucherzentrale und in unserer Broschüre „Hilfen für Krebspatienten im Rentenalter zum Umgang mit Krankenkassen, Ämtern, Versicherungen und Behörden“.